, Beck Roger

2016/KW11 Cardiff 2. Tag

Wales 18.-20. März 16

2. Tag

Überraschend viel Schlaf, wenn man bereits um 3:30 ins Bett kroch und um neun einen grossen Breakfast-Tisch ergatterte.

Bei Tee und allerlei gesundem englischem Frühstücks-Utensilien, kamen rasch die Lebensgeister wieder. Nur langsam füllte sich die Tafelrunde. Schneller wurden erste Interessensgemeinschaften gebildet. In Gruppen wurde mit mehr oder weniger Anteil Cardiff sight seeing das revolution angesteuert.

Mit der Cardiff Castel Abteilung waren wir wieder vollzählig. Ein Bierchen für alle, mit anschliessender Ticket-Auslosung und schon ging’s Richtung Stadion. Im rot-grünen Gewusel noch ein Ref-Funk pro Gruppe organisiert. Und uns in drei verschiedenen Sektoren im Stadion bequem platziert. Hammer - diese Rugby Kathedrale!

Langsam füllte sich die Arena, während die Spieler sich aufwärmten. Unser eins würde dies als hartes Training taxieren.... Zusammen mit der Musikkapelle und einem Riesenchor marschierte ein Geissbock ein. Der roch wahrscheinlich ähnlich wie wir nach diesem Weekend... Der Chor schmetterte uns walisische Klassiker um die Ohren. Die spärlichen Texteinblender in Kymrisch erschwerten das mitsingen.

Endlich startete die Pyro-Show, die Fahnen wurden übers Spielfeld gespannt und die Gladiatoren liefen ins Stadion ein. Gänsehaut! Nach dem Berlusconi-Marsch die Walisische Hymne, welche Stu lautstark von sich gab.

Anpfiff und die Lautstärke war überraschend ruhig, bis Wales das erste Mal mit Schwung in die gegnerische Zone kam. Die Italiener leisteten nur wenig Gegenwehr und fanden den Weg in die Endzone nicht. So konnte Wales zu null in die Pause.

 

 

 

Im Sektor U9 wurden Kulturgüter ausgetauscht. Es wechselten Kaugummis, Bier, Schnupf und diverse Flachmänner vorübergehend die Besitzer. Wobei der Kensington Schnupf am meisten Anklang fand. Unerfahren zogen die Jungs grosse Haufen direkt ins Hirn. Herrlich!!! Pausen-Pippi musste mit ungewohnt viel Stau erduldet werden. Erleichtert ging’s in die zweite Halbzeit. Hier liessen es die Gastgeber zu, das sich Italien zweimal in die Endzone verirrte, wenn sie unterwegs nicht gerade den Ball fallen liessen... Leider vergingen die 80 Minuten viel zu schnell, es war einfach der Hammer!

Wie ein Ameisenhaufen bei erwachendem Tag, verliessen die Leute das Stadion. Wir mitten drin in diesem Pulk. Nicht weit, da war bereits das revolution.

Wir erkämpften uns ein Bier machten es uns gemütlich und schon ging’s am TV weiter mit Irland vs Schottland. Ein ausgeglicheneres Spiel als das von Wales. Ein knapper Sieg der Iren, konnte mit magenfüllender Frittierplatte genossen werden. Auch wenn für Richard die falschen gewonnen haben....

In geistreiche Gespräche vertieft, wurde das eine oder andere Bier getrunken. Sonst wäre ja der Hals trocken geworden. Und schon war acht Uhr und die Franzosen legten los wie die Feuerwehr gegen England. Am Schluss war das Rosenteam aber erfolgreich und feierte den bereits vorher feststehenden Turniersieg. Nach 5 Stunden, stand plötzlich eine nette Dame und ein dunkler Herr an unserem Tisch. Sie war sehr "interessiert" an den vielen kleinen Döschen auf unserem Tisch.

Wir erklärten um was es sich handle und wollten gerne ein Müsterchen spendieren, da sahen wir erst den Ohrknopf und den Security Personal Badge. Sie fand es noch Ok, aber ihr Kollege – der Skilehrer - hatte eine fixe Meinung von uns "Drogenkindern"! Also wurde von jetzt an nur noch getarnt geschnupft.

Bei uns stellten sie die TVs aus und drehten den Sound auf - zu laut. Konversation war nicht mehr möglich. Also wippten wir mehr oder weniger elegant zum Takt der wummernden Bässe.

Unsere Gruppengrösse schrumpfte zusehends. Dafür kam immer mehr, teils sonderliches Volk, auf die Tanzfläche.

Das Dreiergrüppchen Willi, Beni, Beck machte sich so um halb eins auf den Heimweg. Bestaunten die die leichtbekleideten Mädchen, die trotz giftigem Biswind herzlich wenig Stoff trugen. Und irgendwie war die ganze Stadt nicht mehr auf der Ideallinie unterwegs. Ok, wir hatten auch etwas Seegang – geb’s ja zu…

 

In einer Styropor-Teller geschmückten Seitenstrasse, gab’s Fish & Chips. Mit einem gefühlten halben Liter Öl im Bauch, fanden wir die fehlenden Meter ins Hotel. Wo sich Paschi und Joly enorm über unser aufkreuzen an der Hotelbar freuten.... dafür sangen uns die zwei bezirzten Damen ein walisisches Lied vor und wir revanchierten uns mit dem Ständchen Alperose.

 

Sofern man die Hotelzimmertür aufbrachte, war nun aber Bettruhe angesagt.

  

Wales v Italy